28. Mai 2011 – Junge schwarze Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), infizieren sich mitHIVFast fünfmal häufiger als Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) anderer Ethnien, obwohl sie nicht häufiger ungeschützten Sex haben. (Neuer Absatz)
Die Diskrepanz hat Experten im Bereich der öffentlichen Gesundheit lange Zeit vor ein Rätsel gestellt, doch eine neue Studie von Forschern der Johns Hopkins University und anderer Institutionen bietet nun eine mögliche Erklärung dafür.
Die Studie ergab, dass junge schwarze Männer, die Sex mit Männern haben (eine Gruppe, die offen schwule und bisexuelle Männer sowie Männer, die Sex mit Männern haben, sich aber nicht als schwul oder bisexuell identifizieren, umfasst), ihre Partner nach bestimmten Kriterien auswählen und deren HIV-Status beurteilen. Diese Männer bevorzugen eindeutig maskuline Männer und setzen Maskulinität mit einem geringeren HIV-Risiko gleich. Laut den Forschern kann diese Dynamik erklären, warum sich junge schwarze Männer, die Sex mit Männern haben, häufiger mit HIV infizieren als Männer anderer Ethnien.
Die Ergebnisse basieren auf Interviews mit 35 schwarzen Männern im Alter von 18 bis 24 Jahren, die Sex mit Männern haben. Zu den wichtigsten Erkenntnissen zählen eine deutliche Präferenz für maskuline Partner, die Akzeptanz maskuliner Partner als dominant beim Geschlechtsverkehr und die Überlassung der Entscheidung über die Kondomverwendung an diese, sowie die Einschätzung, dass maskuline Männer ein geringes und feminine Männer ein hohes HIV-Risiko aufweisen.
„Es mag keinen Unterschied in der HIV-Prävalenz zwischen maskulin und feminin aussehenden Männern geben, aber da schwarze MSM maskuline Männer als ein geringeres Risiko wahrnehmen, könnten ihre sexuellen Begegnungen mit solchen Männern die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Infektion erhöhen“, sagte der Forscher Jonathan Ellen, MD, ein Kinderarzt und Experte für die Gesundheit von Teenagern am Johns Hopkins Children's Center.
Mit anderen Worten, so erklären die Forscher, haben junge schwarze Männer, die Sex mit Männern haben, zwar genauso oft ungeschützten Sex wie andere, aber sie haben möglicherweise riskantere ungeschützte Sexarten mit Partnern, deren HIV-Status sie oft falsch einschätzen.
Die Ergebnisse liefern neue Erkenntnisse darüber, wie schwarze Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), Risiken anhand ihrer Männlichkeitsvorstellungen einschätzen, und können dazu beitragen, Kampagnen im Bereich der öffentlichen Gesundheit zur Reduzierung von HIV-Neuinfektionen in dieser überproportional betroffenen Gruppe zu verbessern. Die Forscher geben an, dass die Ergebnisse auch als Grundlage für Gespräche zwischen Hausärzten und Patienten über Safer Sex dienen können.
